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Ausflug zu den Beelitzer Heilstätten

Aktualisiert: 25. Jan.

Am Samstag den 22. Oktober ging es für uns nach Beelitz zu den ehemaligen Lungenheilstätten in Brandenburg. Einst galten die Beelitzer Heilstätten als größtes Tuberkulose-Krankenhaus der Welt, mittlerweile sind die verfallenen Ruinen der ehemaligen Frauenheilstätte ein begehrter Lost Place. Auf dem großen Parkgelände, dem über 700m langen Baumkronenpfad und bei den verschiedenen Führungen in den verlassenen Gebäuden, kann man hautnah die spannende Geschichte dieses Ortes erleben.

Für uns hieß es nach der Ankunft erstmal den Park erkunden. Auf dem Areal befinden sich die Küche, das Labor, der Frauenpavillon, Liegehallen, das Alpenhaus, die alte Chirurgie sowie der Baumkronenpfad mit Aussichtsturm, was unser erstes Ziel sein sollte.

Der Baumkronenpfad wurde im September 2015 eröffnet. Auf verschiedenen Höhen kann man auf den Pfaden über die Bäume des Parkes wandern, sowie genau über die Ruine des Alpenhauses. 200 Treppenstufen später befindet man sich auf dem höchsten Punkt, dem Aussichtsturm oder auch ein paar Sekunden im Fahrstuhl 😉.

Auf dem Aussichtsturm hat man eine wunderschöne Aussicht über das gesamte Gelände und den Wäldern der Umgebung, die zu unserem Glück in herbstliche Farben getaucht waren. Langsam wagten wir uns anschließend auf dem Wipfel-Pfad in Richtung der Alpenhaus-Ruine. Nach mehreren wackeligen Metern bot sich uns ein spektakulärer Einblick von oben in das im Krieg zerstörte Gebäude, welches einst 273 Patienten Platz bot. Es war sehr spannend zu sehen, wie sich seit der Zerstörung die Natur nach und nach ihren Lebensraum zurückholt.

Nach dem Baumkronenpfad ging es für uns weiter zur alten Chirurgie und zu unserer ersten Führung an diesem Tag. Die Chirurgie war eines der letzterbauten Gebäude auf dem Gelände, in welchem schwer erkrankte Tuberkulosepatienten in Einzelzimmern unterkamen und in drei Operationsräumen behandelt wurden. Von außen gleich zu sehen sind die großen Liegeterrassen, auf welchen die Patienten bei jedem Wetter lagen, um zu genesen. Im Inneren des Gebäudes wurden wir selbst Zeuge des natürlichen Zerfalls des Gebäudes, sowie leider auch von den mutwilligen Zerstörungen der letzten Jahre durch Menschen.

Eine Verschnauf- und Stärkungspause später trennte sich unsere Gruppe, zu zwei verschiedenen Führungen. Gruppe 1 ging zur „Tunnel und Technik“ Führung durch die Unterwelt der Beelitzer Heilstätten, Gruppe 2 besuchte die Führung durch das Alpenhaus.

Die Tunnel und Technik Führung brachte uns durch die ehemalige Küche der Heilstätten in die Unterirdischen Gänge des Geländes. In der ehemaligen Küche wurde für alle Patienten sowie die Mitarbeiter*innen jeden Tag frisch gekocht. Das Essen wurde schonend Dampfgegart und dann durch Elektrofahrzeuge über das Gelände verteilt, denn die Patienten nahmen ihre Speisen in den jeweiligen Speisesälen in ihren Unterkünften ein. Durch die Lagerhallen im Keller der Küche gelangten wir in die verborgene Unterwelt der Heilstätten. Vorbei an riesigen Kartoffel-, Wein- und Bierkellern ging es immer tiefer in die Tunnelsysteme. Das gesamte Gelände ist durch unterirdische Gänge von mehr als 5km länge verbunden, durch welche Strom- und Wasserleitungen gelegt wurden.

Das Alpenhaus, die größte Ruine auf dem Gelände, zeigt uns sofort die Schrecken und Zerstörungen des 2ten Weltkrieges. Komplett der Natur überlassen finden wir das Alpenhaus vor. Zwischen dem beeindruckenden Stahlskelett wachsen kleine Bäume und Sträucher, das Dachgeschoss beheimatet sein eigenes kleines Biotop und wird immer weiter von der Pflanzen- und Tierwelt erobert. Neben den Führungen dient das Alpenhaus auch als Filmkulisse.

Nach beeindruckenden Führungen, sehr viel spannenden Eindrücken und Rückblicken in die Vergangenheit sind wir ziemlich erledigt auf die Heimreise gegangen. Letztlich kann man sagen, dass es sicherlich nicht bei diesem einen Ausflug nach Beelitz bleiben wird. Schließlich haben wir bei weitem nicht alles erkunden können an diesem Tag.




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